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Das Spritzenhaus

 

Spritzenhaus

Im alten Dorfzentrum, direkt an der Nordostecke des Lindenplatzes, wurde von unseren Vorfahren ein Spritzenhäuschen errichtet. Am Anfang des 21. Jahrhunderts hatte sich der Bauzustand des kleinen Gebäudes so stark verschlechtert, dass der Einsturz des vorderen Giebels befürchtet werden musste. Auch im hinteren Bereich war durch das undichte Dach Regenwasser eingedrungen. Erste Balken waren bereits beschädigt.

Bis in die Gegenwart haben sich Erinnerungen an die Zeit erhalten, als hier noch Feuerwehr-utensilien aufbewahrt wurden. Auch ein Erlebnis-bericht, der auf die Nutzung als Dorfgefängnis hinweist, ist überliefert. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Häuschen als Lagerraum genutzt. Zunehmend verkam es zu einer Sammelstelle für Müll. Trotz des nicht einladenden Zustandes fühlten sich besonders ältere Dorfbewohner dem "Hexenhäuschen" verbunden.

Umzug
Beraeumung

Der Feuerwehr Traditionsverein Petershain e.V. wollte den Zusammenbruch nicht abwarten. Das zum Dorfbild gehörende Häuschen sollte erhalten werden. Bestätigung und Ermutigung kam auch von der brandenburgischen Denkmalschutz-behörde, die das Gebäude als erhaltenswürdig betrachtete und unter Schutz stellte. Bevor es mit den Bauarbeiten losgehen konnte, waren noch etliche Hürden zu nehmen. Neben Grundstücksgrenzen und Besitz-verhältnissen mussten die nötigen Gelder beschafft werden.

Zum Jahr der Errichtung gab es keine Hinweise. Sowohl die Bauweise der bis zu 50 cm starken Feld- und Ziegelsteinmauern, als auch die Konstruktion des Dachstuhls, erlaubten keine zufriedenstellende Datierung. Erst die Untersuchung eines Balkens aus der Dachkonstruktion brachte den entscheidenden Anhaltspunkt. Mit Hilfe der Dendrochronologie, bei der Wachstumsringe von Bäumen analysiert werden, konnte festgestellt werden, dass die Kiefer für diesen Balken im Winter 1833/34 gefällt wurde. Damit kann als Baujahr 1834 vermutet werden.

Dendroprobe 

Spritzenhaus2014

Am Sonnabend, den 13.09.2014 konnte das sanierte Häuschen, im Rahmen des Petershainer Denkmaltages feierlich eingeweiht werden. Neben der Plakette, die das Gebäude als geschütztes Denkmal ausweist, wurde am Giebel die Nachbildung eines historischen Ortseingangsschildes angebracht. Dieses stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und befand sich am Dorfeingang aus Richtung Domsdorf.

Zukünftige soll das Spritzenhaus als Mini-Dorfmuseum genutzt werden.

Einweihung
 < Zurück zur Übersicht   Inhalt und Gestaltung: Udo Kittan