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Mahnmal

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Am Volkstrauertag, den 18.11.2012 wurde auf dem Petershainer Soldatenfriedhof ein Mahnmal gegen Krieg und Völkerhass eingeweiht. Der Initiator Horst Kittan war ein Augenzeuge der dramatischen Ereignisse in unserem Dorf zum Ende des 2. Weltkriegs. Er hat nicht nur die gesamte Organisation übernommen, sondern auch die Kosten für die Beschriftung und Aufstellung getragen. Der Findling samt Transport wurde vom Bergbauunternehmen Vattenfall beigesteuert.

Entsprechend einer seit Jahrzehnten gepflegten Tradition begann Pfarrer Hans-Christoph Schütt die Gedenkfeier mit einer Andacht vor dem großen Kreuz der Kriegsgräberstätte. Dabei ging er auch auf die heutigen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Völkern in aller Welt ein. Danach begaben sich die ca. 40 Besucher zu dem verhüllten Findling am Zugang zur letzten Ruhestätte von ca. 1.500 deutschen Soldaten. Hier berichtete Horst Kittan von seinen Erlebnissen als Zehnjähriger. Das damals Erfahrene hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen.

Der Bürgermeister Wolfgang Müller und Frau Peter vom Amt Altdöbern haben im Anschluss das Mahnmal enthüllt. Dabei hat Herr Müller diesen Stein als eine Bereicherung unseres Orts gewertet.

friedhofspflegeUnter den Anwesenden war auch der ehemalige Neupetershainer Pfarrer Udo Meckert, der um das Wort bat. Er erzählte von seinen Erlebnissen um diesen Soldatenfriedhof während seiner Amtszeit in Neupetershain (1972-82). Er berichtete von 4 Frauen der Kirchengemeinde: Emma Gladis, Ilse Heinrich, Edith Koschker und Emma Kermbach. Über Jahrzehnte hatten Sie gemeinsam mit weiteren Frauen diese Grabstätte engagiert und uneigennützig erhalten und gepflegt. Diese Leistung ist besonders hoch zu bewerten, da von den damaligen Machthabern in Staat und Gesellschaft deutsche Soldatenfriedhöfe bestenfalls geduldet wurden. Pfarrer Meckert erinnerte an die Ablage eines Gedenksteins durch Angehörige eines Hamburger Gefallenen. Obwohl dessen Inschrift nicht den geringsten Bezug auf nationalsozialistisches Heldentum enthielt, sondern im Gegenteil, zum Einsatz für den Frieden aufforderte, hatten damalige Neupetershainer Funktionäre und höhere staatliche Stellen daraus ein politisches Ärgernis gemacht.

Neben den Metallplatten mit den Namen der Toten und neben verschiedenen privaten Gedenksteinen ergänzt das neue Mahnmal die Petershainer Kriegsgräberstätte sehr dekorativ. Durch die Beseitigung eines Baumes und von Strauchwerk ist diese Stätte der Besinnung und Mahnung aus der unscheinbaren Randlage deutlich in den Dorffriedhof und damit in das Bewusstsein der Bewohner gerückt worden. Allerdings sollte jedem klar sein, dass angesichts der Bedrohung unserer Gesellschaft durch rechte, linke und religiöse Intoleranz steinerne Mahnmale nicht persönliches Engagement ersetzen können.

Text: Udo Kittan

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